Hypnose Selbstwertgefühl Erfahrungen: Endlich gut genug fühlen – Ein Einblick in meine Praxis
Nach außen hin passt alles. Der Job läuft, die Familie ist versorgt, und andere bewundern dich vielleicht sogar für deine Stärke. Aber wenn es abends ruhig wird oder ein Projekt abgeschlossen ist, stellt sich das Gefühl der Zufriedenheit nicht ein. Stattdessen ist da eine Leere. Eine leise Stimme, die flüstert: „Eigentlich kannst du das gar nicht. Irgendwann merken sie, dass du nur so tust.“
Kennst du das?
Vielleicht hast du schon Dutzende Ratgeber über positives Denken gelesen, hast dir „Ich bin gut, so wie ich bin“ an den Spiegel geklebt – und dich dabei irgendwie albern gefühlt. Du bist nicht allein. Daten zur psychischen Gesundheit, unter anderem vom Robert Koch-Institut, deuten darauf hin, dass ein signifikanter Teil der erwachsenen Bevölkerung regelmäßig mit psychischen Belastungen und depressiven Symptomen kämpft, die oft mit Selbstwertproblemen korrelieren (Robert Koch-Institut, 2022).
In meiner Online-Praxis erlebe ich täglich Menschen, die rational genau wissen, was sie leisten – es aber emotional einfach nicht fühlen können.
In diesem Artikel nehme ich dich mit in eine echte Fallgeschichte (anonymisiert). Du erfährst, warum positives Denken allein oft scheitert und wie wir mit einer Kombination aus Hypnose, Brainspotting und ACT das Muster „Ich bin nicht genug“ dort auflösen, wo es entstanden ist: im Unterbewusstsein und im Nervensystem.
Wenn der Erfolg nicht glücklich macht: Das Phänomen „Ich bin nichts wert“
Viele meiner Klienten sind sogenannte „High Performer“. Sie definieren ihren Wert extrem stark über Leistung. Das Problem dabei: Das Gehirn spielt ein doppeltes Spiel.
Neuropsychologisch lässt sich das gut erklären: Dein präfrontaler Kortex (der Verstand) weiß: „Ich habe den Masterabschluss, ich leite das Team, ich habe objektive Erfolge.“ Aber dein limbisches System (das Gefühlszentrum, z.B. die Amygdala) funkt dazwischen. Dort sind oft alte emotionale Lernerfahrungen gespeichert. Das erklärt, warum du dich fühlst, als hättest du zwei Seiten im Gehirn, die nicht miteinander reden.
Warum Affirmationen oft scheitern
Hast du schon mal versucht, dir einzureden, dass du großartig bist, und dich danach schlechter gefühlt? Das ist kein Zufall. Psychologische Studien zeigen: Wenn dein innerer Kern tief glaubt „Ich bin wertlos“, erzeugen positive Sätze wie „Ich bin super“ eine innere Spannung. Eine bekannte Studie von Wood et al. (2009) belegte, dass positive Selbstsuggestionen bei Menschen mit geringem Selbstwertgefühl tatsächlich zu einer Verschlechterung der Stimmung führen können, da die Diskrepanz zwischen Aussage und innerer Überzeugung zu groß ist. Dein System wehrt sich gegen die Lüge.
Um das zu ändern, müssen wir tiefer gehen als nur „darüber reden“.
Markus’ Geschichte: „Ich fühle mich wie ein Hochstapler“
Lass mich dir von Markus (Name geändert) erzählen. Markus ist 45, erfolgreich selbständig, verheiratet, zwei Kinder. Im Erstgespräch über Zoom wirkte er gefasst, fast ein wenig kühl.
„Ich lebe in ständiger Angst vor der Entlarvung. Ich fühle mich wie ein Hochstapler. Ich arbeite 60 Stunden die Woche, nicht weil es nötig wäre, sondern um zu verhindern, dass alles zusammenbricht.“
Markus ist ein klassischer Kopfmensch. Seine Skepsis war greifbar: „Ich kann mir schwer vorstellen, die Kontrolle abzugeben. Funktioniert Hypnose gegen Minderwertigkeitskomplexe überhaupt bei jemandem, der alles zerdenkt?“
Meine Antwort an Markus (und an dich):
Der Durchbruch: Wie wir das Selbstwertgefühl stärken (Unterbewusstsein & Erfahrung)
Wir haben bei Markus mit meinem 3-Ebenen-Ansatz gearbeitet. Das Ziel: Die Wurzel finden, das Nervensystem beruhigen und das Verhalten ändern.
Schritt 1: Die Wurzel finden (Regression in Hypnose)
Viele haben Angst, dass Hypnose Kontrollverlust bedeutet. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist ein fokussierter Zustand erhöhter Aufmerksamkeit (Revenstorf & Peter, 2015).
In einer Sitzung führte ich Markus mittels Regression (Rückführung) zu dem Gefühl, „nicht zu genügen“. Sein Unterbewusstsein präsentierte ihm eine Szene aus der 4. Klasse: Er kam stolz mit einer „2“ nach Hause, und der Vater fragte nur: „Warum keine 1?“.
In diesem Moment hatte sein kindliches Gehirn abgespeichert: Liebe und Anerkennung gibt es nur gegen Perfektion.
Das Wissenschaftliche dahinter: Wir ändern nicht die Vergangenheit. Wir nutzen den neurobiologischen Prozess der Gedächtnisrekonsolidierung. Forschungsergebnisse zeigen, dass alte emotionale Gedächtnisinhalte labil werden, wenn sie reaktiviert werden. Wenn wir in diesem Zeitfenster eine neue, korrigierende Erfahrung machen (Mismatch-Erfahrung), kann die neuronale Verknüpfung im Gehirn dauerhaft überschrieben werden (Ecker et al., 2012). Indem wir die alte Erinnerung in einem sicheren Zustand (Trance) aktivieren und emotional neu bewerten („Ich war ein Kind, die Note war gut, ich bin okay, denn eigentlich ist der Perfektionismus meines Vaters auf seine eigene Kindheit zurückzuführen, in der er perfekt sein musste“). Die Erfahrung wird aus einer anderen Perspektive erlebt und somit wird die neuronale Verknüpfung im Gehirn verändert. Das alte Muster verliert also seine emotionale Ladung und ist nicht mehr so überwältigend, wie sie mal war.
Um dieses alte Muster aufzulösen, arbeiteten wir in der Hypnose mit einer starken Metapher: dem „Rucksack“. Markus stellte sich vor, wie er diesen schweren Rucksack trägt, der ihn kaum atmen lässt. Darin befanden sich all die negativen Glaubenssätze, die ihm andere – wie sein Vater – mit auf den Weg gegeben hatten.
In der Trance erkannte Markus klar: „Das ist gar nicht meins. Es wurde mir nur übertragen.“ Das bewusste Absetzen dieses Rucksacks im inneren Erleben half seinem Unterbewusstsein zu verstehen, dass der Glaubenssatz „Ich muss perfekt sein, sonst bin ich nichts wert“ dysfunktional ist. Ohne diesen Rucksack weiterzugehen, gab ihm in der Trance ein befreiendes Gefühl.
Schritt 2: Den Körper einbeziehen (Brainspotting)
Markus merkte oft einen Druck auf der Brust, gepaart mit einer Angst vor dem Versagen, wenn er an die Entwicklung seiner Selbstständigkeit dachte. Worte kamen da nicht ran. Hier setzten wir Brainspotting ein.
Diese Methode, entwickelt von Dr. David Grand, nutzt die Tatsache, dass unsere Blickrichtung direkten Zugang zu emotionalen Zentren im Gehirn hat („Where you look affects how you feel“; Grand, 2013). Wir fanden einen Augenpunkt, der genau diesen Druck auf der Brust aktivierte.
Markus hielt den Blick, während ich ihn begleitete. Sein Nervensystem begann, die aufgestaute Anspannung zu verarbeiten. Nach etwa 30 Minuten löste sich der Druck, und eine tiefe, körperliche Ruhe trat ein.
Schritt 3: Neue Werte integrieren (ACT & KVT)
Hypnose löst das Alte, aber wie lebt man das Neue? Hier nutzten wir Elemente der Akzeptanz und Commitment Therapie (ACT).
Markus lernte, seine Selbstzweifel nicht mehr wegzudrücken, sondern sie wie ein „lautes Radio im Hintergrund“ zu behandeln, das ihn aber nicht mehr steuert (Hayes et al., 2011).
Markus berichtete mir später: „Falls negative Gedanken aufkommen, habe ich jetzt etwas an der Hand.“ Er lernte, sich selbst in schwierigen Momenten kognitiv gut zuzureden, die Situation ruhig einzuordnen und ganz bewusst an seine Ressourcen-Liste anzuknüpfen, die wir gemeinsam erarbeitet hatten. So wurde aus der Hilflosigkeit eine neue Handlungskompetenz.
Hat mein Ansatz dein Interesse geweckt? Erfahre mehr über mich und meine Online-Hypnosesitzungen.
Ein Update: Was Markus nach zwei Sitzungen berichtet
Oft werde ich gefragt: „Ist das Problem dann einfach weg?“ Die Antwort ist differenzierter und ehrlicher. Markus berichtete mir bereits nach zwei Sitzungen von einer fundamentalen Veränderung in seiner Wahrnehmung.
Das Wichtigste für ihn ist eine neu gewonnene Akzeptanz. Er hat verstanden – und fühlt es nun auch –, dass er nicht perfekt sein muss und nicht alles schaffen muss, um wertvoll zu sein.
„In dem Moment, genau so wie ich bin, auch mit meinen Macken, werde ich trotzdem geliebt.“
Das wirkt sich ganz konkret auf seinen Arbeitsalltag aus, aber auch auf den Alltag mit seiner Familie. Früher war der Beruf seine Identität, heute sieht er ihn als Mittel, um Geld zu verdienen, das ihm wiederum mehr Freizeit ermöglicht. Der Druck ist gewichen, der Fokus liegt plötzlich wieder auf Spaß und Leichtigkeit.
„Ich bin nicht mehr abhängig von dem Bild, das andere von mir haben. Dieser alte Perfektionist – das bin nicht mehr ich. Ich freue mich einfach auf das, was noch kommt.“
Ist damit alles für immer erledigt? Nicht zwingend. Markus sagt ganz offen, dass er manchmal noch lernen muss, dieses neue Gefühl anzunehmen. Es gibt Momente, in denen er sich in alten Mustern ertappt – aber er bemerkt es jetzt, korrigiert es liebevoll und macht weiter. Und genau das ist das Ziel: Nicht Perfektion, sondern ein völlig neues Fühlen von sich selbst.
„Natürlich ist es ein Prozess. Jeder ist individuell und bringt sein eigenes Tempo mit. Es geht bei dieser Arbeit nicht darum, nie wieder zu straucheln, sondern darum, wie schnell und liebevoll du dich wieder auffangen kannst. Alte neuronale Bahnen, die über Jahrzehnte genutzt wurden, verschwinden nicht über Nacht. Aber sie verlieren ihre Macht, je öfter du den neuen Weg wählst. Das Ziel ist ein echtes, lebendiges Vertrauen in deine eigene Selbstwirksamkeit.“
Funktioniert das auch über Zoom?
Markus war anfangs skeptisch: „Kann das über einen Bildschirm wirken?“
Die Erfahrung und auch Studien zeigen: Ja, oft sogar besser.
Warum? Weil du in deiner sicheren, vertrauten Umgebung bist. Du liegst auf deinem Sofa, hast deine Decke. Dieses Sicherheitsgefühl ist die Basis dafür, dass dein Nervensystem loslassen kann.
Mit Kopfhörern bin ich dir stimmlich oft sogar „näher“ als im Praxisraum (wobei Kopfhörer nicht zwingend notwendig sind). Markus sagte nach der Sitzung überrascht: „Ich habe total vergessen, dass wir über Zoom sprechen. Ich war einfach nur bei mir.“ Und das berichten viele meiner Klienten.
Damit das klappt, brauchst du nur drei Dinge:
Einen ungestörten Raum (Tür zu, Handy weg).
Bestenfalls einen Laptop oder ein Tablet und, wenn du magst, Kopfhörer.
Ein Glas Wasser und Taschentücher in Reichweite.
Ich lade dich herzlich zu einem kostenfreien und unverbindlichen Erstgespräch ein.
FAQ – Häufige Fragen zu Hypnose und Selbstwert
Kann Hypnose mein Selbstwertgefühl dauerhaft stärken?
Ja, weil wir nicht nur an der Oberfläche (Symptome) arbeiten, sondern an der Wurzel im Unterbewusstsein. Studien zeigen, dass Hypnosetherapie langfristige Veränderungen in der emotionalen Verarbeitung bewirken kann. Es ist keine „Pille“, die man einmal schluckt, sondern ein Umlernprozess des Gehirns.
Was, wenn ich nicht hypnotisierbar bin?
Jeder mit normaler Intelligenz und Vorstellungskraft kann in Trance gehen. Gerade intelligente, kontrollierte Menschen haben oft eine sehr gute Vorstellungskraft – wir nutzen sie nur diesmal für die Lösung, nicht für das Ausmalen von Katastrophenszenarien.
Wie schnell spüre ich eine Veränderung?
Viele Klienten berichten häufig schon nach 3 Sitzungen von einer deutlichen Erleichterung – der „innere Kritiker“ wird leiser, der Druck im Körper nimmt ab. Die tiefe Neustrukturierung des Selbstwerts ist jedoch ein Prozess, der meist über einige Wochen geht. Das ist realistisch und nachhaltig.
Fazit: Du musst da nicht alleine durch
Wenn du dich in Markus’ Geschichte wiedererkennst – in diesem Gefühl, nach außen zu funktionieren, aber innen ständig auf der Hut zu sein –, möchte ich dir eines sagen: Sich Hilfe zu holen, ist gerade für High Performer kein Zeichen von Schwäche, sondern von professionellem Selbstmanagement.
Du musst diesen Weg nicht alleine gehen.
Spürst du, dass es Zeit ist, dieses alte Programm von „Ich bin nicht genug“ endlich loszulassen?
Ich lade dich ein zu einem kostenlosen Erstgespräch. Das ist kein Verkaufsgespräch. Du erzählst mir deine Geschichte, und wir schauen ganz unverbindlich, ob die Chemie zwischen uns stimmt und ob meine Methode für dich der Schlüssel sein kann.
Dipl.-Psychologin & Hypnosetherapeutin
"Ich kombiniere moderne psychotherapeutische Ansätze, um individuell auf die Bedürfnisse meiner Klienten einzugehen. Dabei steht der Mensch mit seinen Erfahrungen, Gefühlen und inneren Ressourcen im Mittelpunkt.
Mit Hypnosetherapie, Brainspotting und Methoden der Verhaltenstherapie helfe ich, emotionale Blockaden zu lösen und echte, nachhaltige Veränderungen zu erreichen."
Wissenschaftliche Quellen:
Ecker, B., Ticic, R., & Hulley, L. (2012). Unlocking the emotional brain: Eliminating symptoms at their roots using memory reconsolidation. Routledge.
Flammer, E., & Alladin, A. (2007). The efficacy of hypnotherapy in the treatment of psychosomatic disorders: Meta-analytical evidence. International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 55(3), 251–274.
Grand, D. (2013). Brainspotting: The revolutionary new therapy for rapid and effective change. Sounds True.
Hayes, S. C., Strosahl, K. D., & Wilson, K. G. (2011). Acceptance and commitment therapy: The process and practice of mindful change (2. Aufl.). Guilford Press.
Revenstorf, D., & Peter, B. (Hrsg.). (2015). Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin: Manual für die Praxis (3. Aufl.). Springer.
Robert Koch-Institut. (2022). Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes.
Wood, J. V., Perunovic, W. Q. E., & Lee, J. W. (2009). Positive self-statements: Power for some, peril for others. Psychological Science, 20(7), 860–866.